Eco-Deconstruction marks a new approach to the degradation of the natural environment, including habitat loss, species extinction, and climate change. While the work of French philosopher Jacques Derrida (1930-2004), with its relentless interrogation of the anthropocentric metaphysics of presence, has already proven highly influential in posthumanism and animal studies, the present volume, drawing on published and unpublished work by Derrida and others, builds on these insights to address the most pressing environmental issues of our time.The volume brings together fifteen prominent scholars, from a wide variety of related fields, including eco-phenomenology, eco-hermeneutics, new materialism, posthumanism, animal studies, vegetal philosophy, science and technology studies, environmental humanities, eco-criticism, earth art and aesthetics, and analytic environmental ethics. Overall, eco-deconstruction offers an account of differential relationality explored in a non-totalizable ecological context that addresses our times in both an ontological and a normative register.The book is divided into four sections. "e;Diagnosing the Present"e; suggests that our times are marked by a facile, flattened-out understanding of time and thus in need of deconstructive dispositions. "e;Ecologies"e; mobilizes the spectral ontology of deconstruction to argue for an originary environmentality, the constitutive ecological embeddedness of mortal life. "e;Nuclear and Other Biodegradabilities,"e; examines remains, including such by-products and disintegrations of human culture as nuclear waste, environmental destruction, and species extinctions. "e;Environmental Ethics"e; seeks to uncover a demand for justice, including human responsibility for suffering beings, that emerges precisely as a response to original differentiation and the mortality and unmasterable alterity it installs in living beings. As such, the book will resonate with readers not only of philosophy, but across the humanities and the social and natural sciences.
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12.05.2023
Buch (Taschenbuch)
Dekonstruktion als Umweltphilosophie
Auch wenn die Geisteswissenschaften im Allgemeinen, die Philosophie im Besonderen, sich schwertun mit dem Klimawandel und dessen Folgen auseinanderzusetzen, so gibt es dennoch einige Tagungen bzw. Sammelbände zu dem Thema. Ein lesenswerter Sammelband, der schon 2018 erschienen ist und von Matthias Fritsch, Philippe Lynes und David Wood herausgegeben wurde, trägt den Titel "Eco-Deconstruction: Derrida and Environmental Philosophy".
Wie der Titel schon nahelegt, kommen die Autoren und Autorinnen des Bandes aus dem Umkreis der US-amerikanischen Dekonstruktion. Bestimmt ist das Buch im Ganzen, aber auch jeder einzelne Betrag keine leichte Kost, aber es zeugt von großem ökologischem Engagement und einer philosophischen Belesenheit. Gleich einleitend grenzen sich die Herausgeber von jener Derrida-Rezeption ab, die an seinen Arbeiten zur Animalität anknüpfen. Den Autoren und Autorinnen des Buches geht es bei weitem nicht allein darum sich mit dem Tier bzw. mit den Tieren zu beschäftigen. Das Anliegen des Buches ist radikaler und weitreichender. Einerseits möchten die AutorInnen zeigen, dass Jacques Derridas Dekonstruktion immer schon ökologisch war, andererseits versuchen sie herauszuarbeiten, dass sich eine ökologische Dekonstruktion den Herausforderungen und Aufgaben stellen kann, die einer Umweltphilosophie zufallen. Schließlich und endlich geht es darum, wie es mit den Menschen und dem Nicht-Menschlichen in Zeiten des Klimawandels weitergeht. Diese Frage nach dem Wie-geht-es-weiter-? betrifft zum einen das Zusammenleben der Menschen untereinander, zum anderen natürlich auch die Verhältnisse und Beziehungen, die der Mensch zum Belebten, aber ebenso zum Unbelebten unterhält. Auch wenn die einzelnen Beiträge des Buches recht heterogen sind, so ist das Buch stimmig und aneinander aufbauend in vier Abschnitte gegliedert: 1. Diagnosing the Present, 2. Ecologies, 3. Nuclear and Other Biodegradabilitie und 4. Environmental Ethics. Gleichwohl es sich nicht von der Hand weisen lässt, dass die Philosophie ihre Probleme hat, sich mit dem Nicht-Menschlichen zu beschäftigen, so zeigt gerade dieser Sammelband, dass dies sehr wohl möglich ist. Vielleicht kann die Dekonstruktion uns tatsächlich einen Weg weisen, um unsere Souveränität und Gleichgültigkeit gegenüber dem Nicht-Menschlichen zu überdenken. Im Moment scheinen die Naturwissenschaften, um diese Aufgabe zu bewältigen, eher in der Lage zu sein.
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