Er ist einer der erfolgreichsten Kapitäne des 19. Jahrhunderts: Jürgen Rickmers, der Mann von Föhr. Er überlebt, was man damals eigentlich nicht überleben kann, einen Taifun. Als Blockadebrecher fährt er im Amerikanischen Bürgerkrieg. Und früh setzt er sich als Wohltäter auf dem nordfriesischen Eiland zur Ruhe. Als er Broder Stern, einem schreibenden Altersgenossen, sein Leben in die Feder diktiert, stößt der – unabsichtlich, aber unabweisbar – auf ein dunkles Geheimnis. Und es stellt sich eine Frage: Wie gut kann einer Kurs halten in einem heftig bewegten Leben? Claus-Peter Lieckfeld und Bente Faust, der Aufzeichnungen seines Urur-Ahnen Jürgen Rickmers in Süderende auf Föhr fand, lassen das Föhr und auch das New York der Jahre 1850–1895 in einem virtuosen Roman auferstehen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Verena B.
aus Köln
5/5
24.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderbar informativer Roman, nicht nur für Föhrliebhaber
Auf dem Cover abgebildet ist Jürgen Rickmers. Ebenjener Jürgen Rickmers, von dem dieses Buch handelt. Es schildert seinen Werdegang hin zum Kapitän, seine unglaublichen Reisen und geht der Frage nach, in wieweit Jürgen Rickmers in Waffenlieferungen und Sklavenhandel verstrickt war. Oder eben nicht!
Nachdem Bente Faust auf dem Dachboden seines Ururgroßvaters in Süderende eine Truhe mit alten Aufzeichnungen fand, wusste er noch nicht, welchen Schatz er da in Händen hielt. Erst Jahre später beschäftigte er sich erneut mit seinem Dachbodenfund und wusste, dass das, was er dort eingesammelt hatte, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden muss. So entstand erst ein gelungener Podcast und etwas später dann dieses Buch.
„Das Süderende der Welt – Die sieben Leben des Jürgen Rickmers“ ist eine Mischung von wahren tagebuchartigen Aufzeichnungen, einer fiktiv hinzugefügten Romanfigur des Skribenten Broder Sterns und Anmerkungen des Herausgebers Bente Fausts. Herausgekommen ist ein auf wahren Begebenheiten basierender unterhaltsamer und spannender Roman, der uns Einblicke gewährt in das Leben eines der berühmtesten Kapitäne Föhrs, in das Leben der Insulaner, einen Blick erlaubt auf die politischen Gegebenheiten und ein kritischer Blick auf die zweifelhaften Lieferungen der Seefahrer in alle Welt (Stichwort Waffenlieferung, Sklavenhandel).
Ich bin ehrlich: Das Buch liest sich teilweise wie ein Kriminalroman! Es ist so fesselnd und gut geschrieben, dass man das Gefühl hat, bei allem live dabei zu sein! Dieser Umstand ist auf jeden Fall auch dem Mitherausgeber und Autor Claus-Peter Lieckfeld geschuldet, der bereits „Die Flucht des großen Jägers: Über das Meer in ein neues Leben“ geschrieben hat!
Gekonnt führen uns Lieckfeld und Faust durch die Zeit zwischen 1851 und 1895. Wir erfahren, wer Jürgen Rickmers war und wie sein Leben aussah, nachdem er sich in Süderende zur Ruhe gesetzt hat. Auch steht sein Skribent Broder Stern im Mittelpunkt, über den wir einen reflektierten Blick auf Rickmers erhalten, aber auch eine schöne Liebesgeschichte erleben dürfen.
Was ich noch erwähnen möchte ist, dass es selbstverständlich für die im Buch vorkommenden Figuren reale Vorbilder gibt. Da Vieles der Fantasie des Autors entspricht, also er seine Ideen hat einfließen lassen, wie es gewesen sein könnte, wenn es Lücken gab oder die Aufzeichnungen unzureichend waren. Am Ende des Buches finden sich dann einige Fotos dieser Personen.
Bewertung
5/5
11.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein tolles Buch
Absolut lesenswert. Wer eine Vorliebe für die Insel Föhr, die Menschen auf Föhr und außerdem Interesse an ein wenig geschichtliches Hintergrundwissen über die Auswanderer von Föhr nach Amerika hat, der/die sollte dieses Buch lesen.
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