Dass dieser Moment kommen würde, wussten sie beide: Claires Erkrankung geht in die Phase der letzten Monate und Wochen. Fast vierzig Jahre lang haben sie eine gute Ehe geführt, zwei Kinder großgezogen und die Herausforderungen des Lebens gemeinsam bewältigt – die sprühende Claire und Eliot, stets etwas in ihrem Schatten, aber bedingungslos an ihrer Seite. Vielleicht waren sie sich nie so nah wie jetzt. Da konfrontiert ihn Claire mit einem Wunsch, der ihn komplett aus der Bahn wirft: Nicht ihn will sie um sich haben in der Zeit, die ihr bleibt, sondern ihre besten Freundinnen Holly und Michelle.Ein mit meisterhafter Leichtigkeit erzählter, einfühlsamer Roman über die wahren Zumutungen der Liebe, über Verletzung und Großherzigkeit und die Unberechenbarkeit der letzten Dinge.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
aus Edemissen
4/5
22.06.2026
Hörbuch-Download (MP3)
In einem hellen Nirgendwo
40 Jahre sind Claire und Eliot verheiratet. Eine Ehe mit Höhen und Tiefen. Sie haben zwei erwachsene Kinder miteinander, Abby und Josh.
Nun ist Claire krank. Krebs im Endstadium, austherapiert.
Und zu Eliots Empörung möchte Claire die ihr verbleibende Lebenszeit nicht mit ihm, sondern mit ihren langjährigen Freundinnen Holly und Michelle verbringen.
Ich war sehr gespannt auf diesen Roman. Ich habe mir vorab die Frage gestellt, wie ich reagieren würde, würde mein Mann lieber seine Freunde als mich in dieser Situation um sich haben möchte. Und ich habe darüber nachgedacht, ob ich selbst so einen Wunsch äußern würde.
Ann Packer schreibt in einem berührenden Stil über Themen wie Liebe, Freundschaft, Endlichkeit und Abschied. Die Hauptfiguren sind glaubwürdig dargestellt. Es wird zwar nicht in der Ich-Perspektive formuliert, jedoch ist es vorwiegend Eliots Sichtweise. Seine Wut, seine Sehnsucht, seine Traurigkeit. Damit rückt er mir gefühlsmäßig ausgesprochen ans Herz. Aber so dann und wann hätte ich die Situation auch gerne aus der Sicht von Claire oder auch von den Freundinnen gesehen. Nicht nur für Eliot, sondern auch für Holly und Michelle ist Claires Wunsch tiefgreifend.
Das zarte, vorwiegend helle Cover passt sehr gut zu dem Roman, der besonders emotional und nachdenklich machend ist.
Die Geschichte hat mich gefesselt, aufgewühlt und bis zum Ende gepackt. Ich empfehle das Buch gerne weiter.
Isabel (engi)
aus Bietigheim-Bissingen
3/5
01.10.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Das Thema berührt – die Geschichte leider nicht ...
Claire weiß, dass ihr nach einer langen Krebserkrankung nur noch wenige Monate bleiben. Ihr Mann Eliot möchte diese letzte Zeit mit ihr verbringen. Doch Claire hat einen ungewöhnlichen Wunsch: Sie möchte ihre verbleibende Zeit mit ihren beiden besten Freundinnen Holly und Michelle verbringen und bittet Eliot, das gemeinsame Zuhause zu verlassen.
Ein starker Ausgangspunkt für eine Geschichte über Selbstbestimmung, Abschied, Liebe und die Frage, was es bedeutet, einen Menschen wirklich loszulassen.
Leider hat mich dieses eigentlich berührende Thema beim Hören kaum erreicht.
Die Handlung entwickelt sich quälend langsam, und irgendwann wartete ich weniger gespannt auf den weiteren Verlauf als vielmehr darauf, dass die Geschichte endlich Fahrt aufnimmt. Auch die Figuren blieben mir fremd. Weder Claire noch Eliot oder die beiden Freundinnen konnten bei mir echte Sympathie oder emotionale Nähe wecken.
Dabei hätte gerade der ungewöhnliche Wunsch von Claire jede Menge Konfliktpotenzial geboten. Stattdessen blieb vieles für mich erstaunlich blass und distanziert. Ann Packer erzählt sensibel und ohne großes Pathos – mir fehlte dabei allerdings die emotionale Intensität, die ich bei einem Roman über Sterben, Abschied und eine jahrzehntelange Ehe erwartet hätte.
Mein Fazit: Ein interessantes und sensibles Thema, das mich in dieser Umsetzung leider überwiegend gelangweilt hat. Schade, denn aus diesem ungewöhnlichen Ausgangspunkt hätte sich eine wesentlich packendere Geschichte entwickeln können.
Die drei Sterne von fünf Sternen vergebe ich daher leider nur mit sehr viel gutem Willen.
Bewertung
5/5
23.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend
Claire und Eliot sind seit fast vierzig Jahren verheiratet. Sie haben viel zusammen erlebt, zwei Kinder großgezogen. Die beiden verbindet eine tiefe Verbundenheit und eine lange gemeinsame Geschichte. Als das letzte Stadium von Claires Krebserkrankung eintritt, gerät ihre vertraute Welt ins Wanken. Die beiden haben nicht mehr viel Zeit miteinander. Eliot kümmert sich liebevoll um Claire. Er will ihr die letzten Wochen so angenehm wie möglich machen. Doch ein Wunsch von Claire wird ihn tief verletzen. Sie möchte ihre letzte Lebenszeit nicht mit ihm, sondern mit ihren besten Freundinnen Holly und Michelle verbringen.
Manche Geschichten liest man nicht einfach nur, sie berühren uns ganz tief. Unausgesprochene Gefühle, eine leise Hoffnung, dass sich das Leben doch zum Besseren wendet. Genau darum geht es hier. Gerade die Menschen, die man glaubt am besten zu kennen, können einen am tiefsten verletzen. Eliot kann die Entscheidung seiner Frau nicht begreifen. Er kümmert sich aufopferungsvoll und wird so abgewiesen. Seine Gefühlswelt ist durcheinander. Er ist traurig, verunsichert, kann nicht loslassen. Ann Packer schreibt feinfühlig und doch so intensiv. Es gibt kein richtig und kein falsch, sondern so viel dazwischen. Liebe bedeutet auch, starke Zuneigung zueinander zu haben und doch unterschiedliche Vorstellungen davon, was man braucht. Die Story wirkt absolut authentisch. Würdevoll wird über die Krankheit berichtet, emotional von Eliots inneren Konflikten.
Eine berührende Geschichte über Liebe, Verletzlichkeit und Abschied, die ich wohl nicht so schnell vergessen kann. Eine große Empfehlung von mir.
bookloving
5/5
19.10.2026
eBook (ePUB)
Ein eindringlicher Roman über das Sterben
In ihrem neuen, aufwühlenden Roman „Ein unerhörter Wunsch“ widmet sich Ann Packer dem Sterben eines Menschen und den vielfältigen emotionalen Herausforderungen für das engste Umfeld sowie die pflegenden Bezugspersonen. Sie greift damit eine anspruchsvolle wie bedrückende Thematik auf.
Mit großer Sensibilität beleuchtet die Autorin das komplexe Spannungsfeld zwischen Nähe und Abgrenzung, zwischen Vertrauen, Liebe, Fürsorge und Würde und stellt dabei die Frage, wie viel Selbstbehauptung einem Menschen bleibt, wenn das Lebensende unausweichlich näher rückt.
Im Mittelpunkt der aus Eliots Perspektive erzählten Geschichte steht das seit vierzig Jahren verheiratete Paar Claire und Eliot, dessen Beziehung von tiefer Verbundenheit, Verlässlichkeit, vertrauten Alltagsroutinen und beständiger Zuneigung geprägt ist. Trotz aller Harmonie stehen unausgesprochene Gefühle und latente Missverständnisse zwischen ihnen, die bis in das Leben ihrer inzwischen erwachsenen Kinder hineinwirken. Seit Claires erschütternder Krebsdiagnose begleitet Eliot sie über Jahre hinweg, organisiert den Alltag und pflegt sie mit großer Hingabe, sodass seine Rolle als Ehemann längst untrennbar mit der des Pflegenden verschmolzen ist.
Als Claire, inzwischen als nicht mehr therapierbar, in die terminale Phase mit nur noch wenigen Monaten Lebenserwartung eintritt und von einem Hospizteam zu Hause betreut wird, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Sie wünscht sich, dass Eliot das gemeinsame Haus verlässt und ihren beiden engsten Freundinnen, Holly und Michelle, den Platz an ihrer Seite überlässt. Hautnah erleben wir mit, wie sehr Claires letzter Wunsch Eliot erschüttert und das fragile Gleichgewicht ihrer Beziehung ins Wanken bringt.
Mit großer psychologischer Genauigkeit und ohne große Dramatisierung. entfaltet Packer die Tragweite dieser überraschenden Entscheidung. Behutsam legt sie die vielschichtigen Konsequenzen für alle Beteiligten frei und zeigt dabei gekonnt auf, wie eng Liebe und Verletzung, Nähe und innere Distanz miteinander verwoben sein können.
Die schwelenden Spannungen verdichten sich in Gesprächen, subtilen atmosphärischen Verschiebungen und schmerzhaft eindeutigen Reaktionen. Zugleich spürt sie in verschiedenen Episoden der Frage nach, wer einen geliebten Menschen in der finalen Lebensphase begleiten darf, was man einander schuldet und wo Fürsorge an ihre Grenzen stößt, wenn der Sterbende selbstbestimmt über seine letzten Tage verfügen möchte. Bemerkenswert ist dabei, dass die Autorin Claires Innenleben bewusst im Ungefähren belässt und so gezielt eine Leerstelle schafft. Durch das Fehlen einer unmittelbaren Innensicht lenkt sie unser Augenmerk konsequent auf die Wahrnehmung der anderen Figuren und unterstreicht zugleich die Unzugänglichkeit eines Menschen am Ende seines Lebens. Dadurch lässt sie Raum für unterschiedliche Deutungen und macht für uns die Grenzen des Verstehens eindrucksvoll erfahrbar.
Geschickt zeigt sie die Ambivalenz von Claires Wunsch auf Selbstbestimmung auf, der zunächst egoistisch, verletzend und undankbar erscheint, vor dem Hintergrund ihrer existenziellen Situation aber auch nachvollziehbar ist. Claire erleben wir als widersprüchliche, eigenwillige und schwer greifbare Figur, die mit ihren Emotionen und Ängsten zu kämpfen hat.
Besonders überzeugend ist die vielschichtige Zeichnung Eliots. Ausführlich wird geschildert, wie er den Alltag inmitten dieser Ausnahmesituation bewältigt. Halt findet er in den scheinbar banalen, alltäglichen Haushaltsroutinen wie dem Kochen, Backen und Waschen, die ihm eine gewisse Struktur im Leben geben und verhindern, den Boden unter den Füßen zu verlieren. In seiner Fürsorge zeigt er sich aufmerksam und beinahe aufopferungsvoll. Gerade in seiner unermüdlichen Zuwendung wird jedoch deutlich, wie verbissen er versucht, Kontrolle über eine Situation zu behalten, die sich letztlich jeder Kontrolle entzieht. So verwundert es nicht, dass auch er bisweilen im Gefühlschaos von Trauer, Rücksichtnahme und vermeintlicher Zurückweisung an die Grenzen seiner Belastbarkeit gerät.
Packer macht eindringlich deutlich, dass Claires terminale Krankheit nicht nur den körperlichen Verfall betrifft, sondern auch gewachsene Beziehungsgeflechte angesichts des Unausweichlichen erschüttert. Das engste Umfeld sieht sich gezwungen, Unverständnis, verletzende Momente und emotionale Überforderung auszuhalten. So entwirft Packer ein differenziertes Bild dessen, was es bedeutet, einen geliebten Menschen auf dem schwierigen Weg des Sterbens zu begleiten und zugleich selbst Begleitung zu erfahren. Nachdrücklich zeigt sie, wie unterschiedlich Menschen mit Abschied, Angst und Überforderung umgehen und wie leicht man trotz aller Liebe scheitern und sich in einer derart extremen Situation sogar voneinander entfernen kann.
FAZIT
Ein einfühlsam erzählter, psychologisch vielschichtiger Roman über die emotionalen Zumutungen des Abschieds und die Grenzen von Nähe.
Ein empfehlenswerter, zutiefst bewegender Roman, der lange nachhallt - aber keine einfache Lektüre!
Bewertung
5/5
25.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine begrenzte Zeit voller Höhen und Tiefen
Ein unerhörter Wunsch, so schlimm oder nicht gehört,
was will uns die Autorin mit diesem Titel sagen?
Claire, schwer an Krebs erkrankt, in ihren letzten Wochen, hat einen unerhörten Wunsch, weil ihr Mann ihr nicht zuhört, oder will er sie nicht verstehen?
Eliot soll ausziehen und sie mit ihren beiden Freundinnen Holly und Michelle alleine lassen, sie alleine lassen, ihr nicht zur Seite stehen, aus Rücksicht auf ihn oder auf sich.
Sie will nicht dass er ihr in den letzten Tagen, Wochen, Monaten zur Seite steht und sie bei allem unterstützt, das sollen ihre Freundinnen machen.
Eliot ist verstört hat er das richtig gehört, er liebt sie doch.
Traurig packt er seine Sachen um in das Gästezimmer von Hollys Haus zu ziehen
Die Gefühlslage von beiden wird beschrieben, verständnisvoll und tragisch.
Eliot will nicht ausgeschlossen sein und "spioniert" immer wieder in sein Haus um zu sehen was die drei Frauen machen.
Eines Tages kommt er ins Haus und sie sind weg, wohin blos, wo soll er seine Claire finden
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4/5
22.08.2026
eBook (ePUB)
Sehr emotional
Wie viel Selbstbestimmung steht einer sterbenden Person zu, wenn sie den Partner, mit dem sie jahrzehntelang alles geteilt hat, komplett vom wichtigsten Moment des Lebensendes ausschließt?
Ein stiller und feinfühliger, aber aufwühlender Roman über die komplexen Facetten von Liebe und Freundschaft, über Prozesse des Loslassens und der Frage nach dem Recht auf "Sterbeegoismus".
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