Christina Sartori ist erfolgreich, talentiert - und in Gefahr. Die gehörlose Spitzenköchin erhält Nachrichten von jemandem, der jeden ihrer Schritte kennt: wohin sie geht, was sie trägt, wann sie allein ist.
Die Gebärdensprachdolmetscherin Bella Kron übersetzt bei Gesprächen mit Polizei und Beratungsstellen. Hautnah erlebt sie, wie sich die Schlinge um Christina immer enger zieht. Je größer die Bedrohung wird, desto schwerer fällt es Bella, professionelle Distanz zu wahren. Schon einmal hat sie weggesehen. Mit fatalen Folgen.
Ein psychologisch dichter Kriminalroman über Verantwortung und Schuld, Vergeltung und Macht. Und über eine Frau, die weiß, dass Wegsehen tödlich sein kann.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Giselas Lesehimmel
aus Landshut
5/5
15.10.2026
eBook (ePUB)
Ich war mitten im Geschehen
Mit der Gebärdensprachdolmetscherin Bella Kron hat die Autorin eine bodenständige, sympathische Figur geschaffen, die an einem Päckchen aus der Vergangenheit schwer zu tragen hat.
Als die gehörlose Spitzenköchin Christina von einer unbekannten Person gestalkt wird, nimmt sie die Dienste von Bella in Anspruch. Bella begleitet sie zur Polizei, um die Gespräche zu übersetzen.
Distanz kann und möchte Bella zu der verängstigten Frau nicht aufbauen, da sie in der Vergangenheit damit ungute Erfahrungen gemacht hat.
Ich wurde von Anfang an in die Geschichte hineingezogen und erst am Ende wieder freigelassen. Mein Kopfkino lief nonstop und hat meinen Adrenalinspiegel in die Höhe getrieben. War der Stalker in der Wohnung von Christina? Vielleicht sogar zur selben Zeit wie sie? Woher weiß er über jeden ihrer Schritte Bescheid? Woher kennt er ihre Handynummer? Die Nachrichten, die sie erhält, werden immer beängstigender. Ich war sehr gespannt, ob jemand von ihrem Personal dafür verantwortlich ist. Der Verdacht fällt immer mehr auf Christinas Ex-Freund, was diese aber vehement dementiert.
Die Polizei nimmt ihre Probleme erst ernst, nachdem Bella ihren Vater um Hilfe gebeten hat. Der pensionierte Polizist gewährt Christina Schutz in seinem Haus, nachdem in der Küche ihres Restaurants ein Feuer gelegt wurde. Es dauert nicht lange, dann erhält sie wieder Nachrichten. Die Person kennt auch ihren momentanen Aufenthaltsort.
Ich hatte einen Verdacht, der sich zum Teil bewahrheitet hat. Ansonsten musste ich meine Vermutungen wieder verwerfen und am Ende der nackten Wahrheit ins Gesicht sehen. Mit allem habe ich gerechnet, nur nicht mit diesem Ende.
Petra Ivanov hat einen sehr bildlichen Schreibstil, der von Anfang an eine Spannung aufbaut, die auch im Laufe der Geschichte nicht nachlässt. Auch ruhigere Passagen fesseln. Ihre Figuren sind authentisch gezeichnet und jede einzelne hat Erkennungswert. Ich habe auch einen kleinen Einblick über gehörlose Menschen bekommen. Einziger Kritikpunkt: Das aprubte Ende. Ich hoffe im nächsten Band auf Antworten.
Von mir eine klare Empfehlung für diesen atmosphärisch dichten Krimi, der in der Schweiz spielt.
Danke, Petra Ivanov.
carola1475
5/5
24.09.2026
eBook (ePUB)
Lesenswerter Krimi mit ungewöhnlichem Setting und unterschwelliger Spannung
'Die Stille kennt deinen Namen' ist der Auftaktband einer neuen Reihe der bekannten Schweizer Autorin Petra Ivanov. Die Gebärdensprachdolmetscherin Bella Kron ist die ungewöhnliche Protagonistin des Krimis und hat es in ihrem ersten Fall mit der gehörlosen Christina Sartori zu tun. Die selbstbewusste und erfolgreiche Spitzenköchin wird seit über vier Monaten gestalkt, erhält Waren geliefert, die sie nie bestellt hat und erhält ununterbrochen Nachrichten, aus denen ersichtlich ist, dass sie ständig beobachtet wird. Wer der Stalker ist, weiß sie nicht. Bella übersetzt für Christina bei der Polizei und einer Beratungsstelle.
Erzählt wird aus Bellas Ich-Perspektive, so teile ich ihre Gedanken und Gefühle und auch Details ihres familiären und beruflichen Hintergrundes machen sie sehr nahbar. Christinas Verzweiflung und der Druck, unter dem sie steht, sorgen bei Bella für einen Konflikt zwischen professioneller Distanz und menschlicher Verantwortung, einen Konflikt, dem sie vor Jahren schon einmal erlebt hat. Die Gefühle beider Frauen haben mich berührt und wie sich Bellas Sicht auf Christina entwickelt, finde ich psychologisch überzeugend.
Bella beginnt zu ermitteln, unterstützt wird sie von ihrem Vater, einem pensionierten Polizisten. Die Autorin versetzt Bella geschickt in die Lage, Christinas Gäste und Mitarbeiter kennen zu lernen und nach verdächtigem Verhalten zu suchen. Bella schaut genau hin, ist fokussiert und berücksichtigt auch den Hintergrund, wie sie es auch bei der Arbeit macht.
Die Figurenzeichnung überzeugt auch bei Nebencharakteren, alle Personen sind glaubhaft und treten authentisch auf, sind mir sympathisch oder eher nicht. Ich habe gern mitgerätselt, konnte mich aber nicht auf eine verdächtige Person festlegen.
Petra Ivanovs Schreibstil ist klar, lebendig und fesselnd. Die Autorin war selber als Dolmetscherin tätig und hat gut recherchiert, sie vermittelt nicht nur Informationen über Leben und Herausforderungen Gehörloser, sondern auch über das aktuelle Thema Stalking, die beängstigende Ohnmacht und Belastung, die es für Betroffene bedeutet.
Zürcher Lokalkolorit und die atmosphärische Darstellung des idyllischen Braunwalds sind verlockend, ebenso die Möglichkeit, sich über Links Christinas Rezepte und einzelne beschriebene Gebärden anzusehen.
Das Cover mit den ansprechenden Farben, dem großen, universellen Handzeichen für 'Stop' und Christinas hell erleuchtetem Restaurant macht neugierig auf das Buch und gefällt mir. 'Die Stille kennt deinen Namen' hat mich mit ungewöhnlichem Setting, unterschwelliger Spannung, überraschender Wendung und logischer Auflösung sehr gut unterhalten.
Bewertung
Orell Füssli Book Circle Community
4/5
26.10.2026
eBook (ePUB)
Jemand kennt jeden ihrer Schritte
Christina Sartori ist gehörlos und führt erfolgreich ihr eigenes Restaurant bis sie Nachrichten von jemandem bekommt, der jeden ihrer Schritte kennt. Die Gebärdensprachendolmetscherin Bella Kron soll bei den Gesprächen mit der Polizei übersetzen, doch als die Bedrohungen zu eskalieren drohen, fühlt sie sich verpflichtet Christina auch ausserhalb ihrer Arbeit zu helfen.
Sehr eindrücklich hat Petra Ivanov die bedrückende Atmosphäre eingefangen, die ich mir als hörende Person überhaupt nicht vorstellen kann. Wie unheimlich muss es sein, verfolgt zu werden und die Umgebung nicht so wahrnehmen zu können wie hörende Menschen?
Auf der einen Seite möchte Bella sich nicht allzu sehr auf Christina einlassen, auf der anderen Seite möchte sie jedoch nicht nochmal denselben Fehler machen wie in ihrer Vergangenheit. Die innere Zerrissenheit spürte ich auf jeder Seite, die Geschichte hat von Seite zu Seite an Intensität zugenommen.
Eine besondere Rolle spielt auch der Vater von Bella in diesem Buch. Er hat früher bei der Polizei gearbeitet und seine fürsorgliche Art ist mir ans Herz gegangen. Vielleicht hat Bella die Spürnase von ihm, denn sie hat immer wieder Momente in denen sie auf die richtige Spur kommt.
Ich habe bei diesem Buch definitiv mitgerätselt, auch wenn ich eine kleine Ahnung hatte, wer der Stalker von Christina ist. Trotzdem sind hier und da Wendungen eingebaut, die mich dann doch sehr überrascht haben.
Für mich war dieses Buch nicht nur optisch ein Vergnügen sondern auch inhaltlich. Ein fesselnder Kriminalroman, bei dem sich die Autorin sehr toll mit dem Thema Gebärdensprache auseinandergesetzt hat. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
Bewertung
Orell Füssli Book Circle Community
4/5
27.09.2026
eBook (ePUB)
Eine andere Perspektive
Die Stille kennt deinen Namen hat mir sehr gut gefallen und mich besonders durch die Geschichte rund um Christina mitgezogen. Dass mit ihr eine nicht hörende Protagonistin im Mittelpunkt steht, fand ich sehr spannend, da mir diese Perspektive in Büchern bisher kaum begegnet ist.
Besonders interessant fand ich die Einblicke in Christinas Alltag und ihre Lebenswelt. Zum Beispiel zu erfahren, wie die Kommunikation mit Gebärdensprachdolmetschern abläuft und welche Situationen für eine nicht hörende Person ganz anders sein können als für Hörende. Dadurch habe ich beim Lesen auch einiges Neues kennengelernt.
Gleichzeitig wird die Geschichte auch aus Bellas Blickwinkel erzählt. Mir hat diese zweite Perspektive sehr gut gefallen, weil ich dadurch mitbekommen habe, wie sie mit den Ereignissen umgeht und was diese mit ihr machen. Auch die Charaktere insgesamt mochte ich gerne.
Die Geschichte hat mich ausserdem richtig zum Miträtseln gebracht. Ich habe selbst immer wieder überlegt: Wer könnte der Täter sein und welches Motiv steckt dahinter? Dabei gab es einige Wendungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Das hat mich positiv überrascht und die Spannung für mich bis zum Ende aufrechterhalten.
Für mich war es eine gelungene Mischung aus Spannung, interessanten Charakteren und einer Perspektive, über die ich bisher nur wenig gelesen habe. Gerade Christina und der Einblick in das Leben einer nicht hörenden Person haben das Buch für mich zu etwas Besonderem gemacht.
Fazit: Ein spannender Kriminalroman, der mich nicht nur miträtseln liess, sondern mir gleichzeitig eine für mich neue Lebenswelt nähergebracht hat.
Ich habe gesehen, dass im Frühling eine weitere Geschichte mit Bella rauskommen soll. Die will ich nicht verpassen.
Schoko_und_Buch
aus Friedberg
5/5
22.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Toller Auftakt für Bella Kron, volle Begeisterung
Bella Kron ist Gebärdendolmetscherin. In dieser Funktion trifft sie auf Christina, eine renommiere Spitzenköchin. Als Dank darf Bella direkt einen freigewordenen Platz am Abend im Restaurant nutzen und lernt dabei Kanja, Verena und Anna kennen. Die vier verbindet mehr oder weniger etwas mit Christina, doch die Wege der Vier kreuzen sich immer wieder. Und es wird nicht der einzige Auftrag für Bella von Christina sein, denn diese wird bedroht und gestalkt, was immer größere Ausmaße annimmt. Bella kann nicht mehr nur neutral übersetzen, sondern gerät immer tiefer mit hinein und versucht zu helfen.
Dieser Krimi ist etwas anders, denn Bella ist keine Kommissarin. Er hat mich aber enorm positiv überrascht und begeistert. Ich hatte das Buch binnen 2 Tagen gelesen. Auf eine ganz ruhige Art wird hier Spannung aufgebaut und man fühlt die Bedrohung, der Christina gegenüber steht förmlich beim Lesen. Dadurch hat das Buch eine enorme Sogwirkung auf mich ausgeübt. Bella ist eine durchweg sympathische Frau, eine Figur, die sich nicht aufdrängt und doch besonders ist. Auf eine anschauliche Art und Weise wird zudem das Thema der Gehörlosigkeit eingegangen, was ich als sehr gut eingeflochten empfand und dabei auch interessant. Daneben warten einige Überraschungen und geschickte Wendungen auf die Leserschaft. Ich bin wirklich begeistert.
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