Wie wird man der Mensch, der man ist? Michael Köhlmeiers großer Roman über seine Familie, von ihm selbst gelesenAlles beginnt mit einem vierjährigen Buben aus Coburg, der nicht weiß, dass er Eltern hat – bis er eines Tages mit der Eisenbahn in Lindau ankommt. Ein fremder Mann holt ihn ab und begleitet ihn in ein Haus ans Bett einer gelähmten Frau: Er ist sein Vater, sie ist seine Mutter.Wie wird man der Mensch, der man ist? Michael Köhlmeier selbst hat sein Lebensbuch eingelesen, den großen Roman seiner Familie. Er erzählt von den Traumata der Weltkriege, die bis in die Gegenwart nachwirken, und vom Alltag in einer erzählsüchtigen Familie. Schonungslos ehrlich und mit der ganzen Kraft der Fiktion dringt er in die Tiefe der menschlichen Existenz. »Alles wird sich irgendwann irgendwie zurechtschütteln, darin liegt die Zuversicht meines Lebens.«Ungekürzte Lesung mit Michael Köhlmeier10h 17min
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4.0/5.0
Herbstrose
Thalia Book Circle Community
4/5
04.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lebenserinnerungen
Weil die Mutter nach einem Schlaganfall behindert war und der Vater sich überfordert fühlte, wuchsen der damals zweijährige Michael und seine ältere Schwester Walli zunächst bei ihrer Großmutter in Coburg auf. Dem kleinen Jungen gefiel es dort sehr gut, er fühlte sich bei der geschichtenerzählenden Großmutter geborgen. Dann, als er vier Jahre alt war, kam das einschneidende Erlebnis in seinem Leben. Eines Tages wurden die Kinder zu den Eltern, die für Michael fremd waren, nach Vorarlberg zurückgebracht. Später als Erwachsener erzählt er von seiner Kindheit, seinen Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln, die in seiner Erinnerung wieder zum Leben erwachen. Nach und nach entsteht so das Bild einer Familie, die er geliebt und die ihn geprägt hat …
Michael Köhlmeier, geb. 1949 in Vorarlberg, ist ein österreichischer Schriftsteller. Er studierte Politikwissenschaft, Germanistik, Mathematik und Philosophie. Ab Ende der 1960er Jahre arbeitete er für den ORF, wo er durch seine Hörspiele bekannt wurde. Sein Debüt als Romanschriftsteller gab er 1982. Für seine zahlreichen Romane, Drehbücher, Hörstücke, Gedichte und Liedtexte wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Michael Köhlmeier war seit 1981 mit der am 2.8.2026 verstorbenen Schriftstellerin Monika Helfer verheiratet. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Hohenems/Vorarlberg und in Wien.
Das Buch „Mein privates Glück“ (2026 – Verlag Hanser) nennt der Autor selbst einen Roman, obwohl es sehr stark autobiografisch geprägt ist. Es ist daher zu vermuten, dass einiges der Phantasie des begnadeten Erzählers entsprungen ist, um seine Erinnerungslücken zu füllen. Köhlmeier betrachtet seine Eltern und Verwandten als erwachsener Mann rückblickend aus der Perspektive des Kindes, was die Geschichte sehr menschlich macht. Er verurteilt sie dabei nicht, sondern versucht zu verstehen. Was ist Wahrheit, was ist Fiktion? Eine Frage, die man sich beim Lesen unwillkürlich stellt. Beides miteinander zu verknüpfen ist ihm großartig gelungen. Köhlmeier geht dabei nicht chronologisch vor, sondern springt zwischen Gedanken und Gesprächen hin und her und mischt Erinnerung und Erlebtes mit Möglichem und Erfundenem. Das Geschehen lebt sehr stark von der Atmosphäre und den ziemlich ausführlichen Beschreibungen, auch schrecklicher Ereignisse, und lässt seine Leser am Schluss recht nachdenklich zurück.
Fazit: Ein interessanter Roman, der sich leicht lesen lässt aber nicht ganz so leicht zu verstehen ist.
Bewertung
aus Buchen
4/5
18.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Semper et ubique
Der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier erzählt auf undramatische Weise eine Familiengeschichte. Es sind die fünfziger und sechziger Jahre. Das wird deutlich auch ohne das Köhlmeier plakativ viel Zeitkolorit einsetzt. Es ergibt sich ganz aus der Sprache und den Wahrnehmungen des Jungen.
Vieles bleibt in der Schwebe, der Vater bleibt irgendwie ein Fremder.
Mitte des Buches ist der Protagonist Student und man erfährt, was ihn prägt.
Leser, die Spannung suchen, sind hier falsch. Selbst für Köhlmeier-Verhältnisse geht es sehr ruhig zu. Dafür erfährt man viel von einem Leben, und das hat Bedeutung.
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2/5
18.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein privates Glück von Michael Köhlmeier
Mein privates Glück von Michael Köhlmeier ist ein stark autobiografisch geprägter Roman, in dem der Autor rückblickend aus der Perspektive des Kindes von seiner Familie erzählt. Da dies mein erstes Buch von ihm war, habe ich möglicherweise nicht die beste Wahl getroffen. Die Erzählweise empfand ich als ziemlich verwirrend, weshalb ich das Buch etwa nach der Hälfte abgebrochen habe. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass es für langjährige Fans des Autors ein besonderes Lesehighlight ist.
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