Eine Siedlung am Fuß des Bergs Inussuk. Dreiundvierzig Erwachsene leben hier, zwölf Kinder. Noch, denn der Friedhof wächst, während das Dorf schrumpft. Die Verdienstmöglichkeiten sind schlecht, die jungen Leute wandern in die größeren Orte an der Westküste ab. In eins der leer stehenden Häuser zieht Constable David Maratse. Bei seinem letzten Einsatz in der grönländischen Hauptstadt Nuuk wurde der Polizist so schwer verletzt, dass er dienstuntauglich erklärt und frühpensioniert wurde - und das mit nicht mal vierzig. Er lässt alles zurück, was er besitzt, will künftig nichts weiter tun als Fischen und Jagen. In Inussuk aufgewachsen ist Nivi Winther, inzwischen Vorsitzende der grönländischen Sozialdemokraten und amtierende Premierministerin. Als mitten im Wahlkampf ihre siebzehnjährige Tochter Tinka spurlos verschwindet, beauftragt sie Maratse, den Fall zu übernehmen. Winthers größter Konkurrent ist Malik Uutaaq, der eine neue nationale Identität und die Unabhängigkeit Grönlands propagiert und als machtgieriger Populist gilt. Und er soll die letzte Person sein, die das Mädchen lebend gesehen hat ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.3/5.0
Nele33
4/5
30.10.2025
eBook (ePUB 3)
guter Auftaktband
" Sieben Gräber für den Winter" des Autors Christoffer Petersen ist der Auftaktband um Constable David Maratse und spielt im grönländischen Inussuk .
David Maratse wird nach einem Folterangriff mit einem Elektroschocker auf ihn in den Vorruhestand geschickt und zieht sich nach Inussuk zurück. Dort will er fischen und die Einsamkeit genießen. Bei seiner Ankunft wird er von einem übermütigen Huskywelpen begrüßt, der ihn an seinem Traum von einem Hundegespann näher kommt.
Gleichzeitig verschwindet Tinka, die Tochter der Ministerpräsidentin Nivi Winther, die sich gerade im Wahlkampf gegen den in der Wählergunst vorne liegenden Malik Uutaaq .
Als eine Frauenleiche gefunden wird, nimmt die Geschichte bizarre und erschreckende Formen an, die Kreise bis in die höchsten Etagen der Politik ziehen.
David möchte die Ermittlungen unterstützen, doch der ermittelnde Beamte hält nicht viel von ihm und wirft ihm Steine in den Weg.
Mir hat der Auftaktband sehr gut gefallen, besonders die interessant gestalteten Charaktere, die vielseitig agieren und ein hohes Entwicklungspotential haben, machen mich neugierig auf die Folgebände.
Dana G.
2/5
05.08.2025
eBook (ePUB 3)
Im eisigen Grönland
David Maratse zieht nach einer schweren Verletzung im Dienst in die Siedlung Inussuk in Grönland und möchte nur noch fischen und jagen. Doch dann findet er während eines Angelausflugs mit seinem Nachbarn die Leiche von der 17-jährigen Tinka und wird in eine Ermittlung hineingezogen.
"Sieben Gräber für den Winter" von Christoffer Petersen ist der Reihenauftakt zu der Grönland-Krimiserie mit dem pensionierten Polizeibeamten David Maratse.
Das Buch überzeugte mich nur mit der atemberaubenden Kulisse, hat darüber hinaus allerdings deutliche Schwächen. Die Beschreibungen Grönlands haben eine eisige Schönheit und sind das einzige, was wirklich positiv hervorsticht. Der Autor schafft es, die Landschaft so lebendig zu schildern, dass man die Kälte und die Abgeschiedenheit fast schon körperlich spürt.
Probleme hatte ich mit den Figuren, der Politik und der Erzählweise. Die Charaktere bleiben distanziert. Obwohl die Hauptfigur David Maratse eine tragische Vorgeschichte hat und seine Pensionierung erzwungen wurde, fühlt man nicht wirklich mit ihm mit. Auch die anderen Personen, wie Premierministerin Nivi Winther, wirken oft farblos und unnahbar. Einzig Petra ‘Piitalaat’ Jensen, ebenfalls Polizistin, fand ich sympathisch und vor allem sehr authentisch.
Der Kriminalroman verliert sich dazu in politischen Details. Die rivalisierenden Wahlkämpfe von Nivi Winther und ihrem politischen Gegner Malik Uutaaq, inklusive seiner eigener Lebensgeschichte, nehmen viel Platz ein und störten meinen Lesefluss. Die Erzählweise empfand ich als emotionslos, sachlich und nüchtern. Der Autor beschreibt die Ereignisse, ohne die Emotionen dahinter zu transportieren. Es ist ein sehr kühler Schreibstil, der es mir als Leserin schwer macht, sich emotional auf die Geschichte einzulassen.
Fazit: Der Kriminalroman war in meinen Augen sehr Politik lastig. Machenschaften und Wahlkampf standen mehr im Fokus als der beklemmende Fall. Ich werde die Reihe nicht weiter verfolgen.
Jürg K.
4/5
12.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Tempo reiche Grönland Geschichte
Schon das grossartige Coverbild hat mich veranlasst dieses Buch zu Lesen.Mit dieser Ausgabe eröffnet Christoffer Petersen seine Grönland-Krimireihe um den pensionierten Polizisten David Maratse. In der abgelegenen Siedlung Inussuk leben noch 43 Erwachsene und 12 Kinder, das Dorf schrumpft, der Friedhof wächst. In diese trostlose Kulisse zieht David Maratse, frühpensioniert nach einem traumatischen Einsatz in Nuuk. Als die Tochter der Premierministerin Grönlands spurlos verschwindet, wird Maratse gebeten, den Fall zu übernehmen. Bald ist er bei seinen Ermittlungen von politischen Intrigen, persönlichen Abgründen und der rauen Realität des arktischen Lebens umgeben. Das Lesen des Romans ist kühl, präzise und dennoch poetisch. Die arktische Kälte wird fast greifbar, die Stille der Landschaft wirkt wie ein zusätzlicher Charakter. Man wird schnell in die Geschichte involviert. Wer nordische Spannung sucht, wird diesen Roman lieben. Ein Krimi der nicht auf Tempo setzt, sondern auf Tiefe. Ein Buch das man lesen sollte.
yellowdog
4/5
08.10.2025
Buch (Taschenbuch)
David Maratse
Sieben Gräber für den Winter ist einerseits ein geradliniger Krimi, andererseits aber auch ein Buch, das viel über Grönland zeigt. Die Umgebung, die Kultur, die Sprache. Christoffer Petersen thematisiert viel von Grönland, auch über Probleme und die Politik.
Er zeigt auch die Unterschiede zwischen einer Großstadt wie Nuuk und einem Dorf wie Inussuk. Beides sind Schauplätze der Handlung.
Eine weitere große Stärke des Romans ist seine Hauptfigur, David Maratse. Er wurde in Nuuk bei einem Einsatz schwer verletzt und frühpensioniert. Aber so ganz ist er noch nicht bereit, loszulassen und da noch weitere Romane mit ihm folgen, wird sich das wohl auch nicht so schnell ändern. Trotz Schmerzen bleibt Maratse aktiv und auch widerspenstig. Er forscht inoffiziell in einem Fall über den Tod einer jungen Frau, die er durch Zufall im Meer gefunden hatte. Wir Leser wissen, dass sie ermordet wurde, denn die brutale Tat wurde in einem Kapitel gezeigt. Und auch Maratse ahnt es.
Ich denke, Christoffer Petersen hat seinen Grönlandkrimi gut gestaltet und man darf gespannt sein, ob das hohe Niveau in den folgenden Teilen gehalten wird.
Klaus
Thalia Book Circle Community
3/5
07.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Schwieriger Ermittler
Constable David Maratse, Ermittler der grönländischen Polizei hat bei seinem letzten Einsatz schreckliches erlebt und ist von den Folgen noch deutlich gezeichnet, seelisch wie körperlich. Um endlich zur Ruhe zu kommen zieht er sich in eine abgelegene Siedlung zurück, doch auch hier bleibt er nicht lange vor Gewalt und Tod geschützt, den als die übel zugerichtete Leiche der siebzehnjährigen Tinka aus dem Meer gezogen wird beginnt er wieder zu ermitteln und das auf direkten Wunsch ihrer Mutter, der amtierenden Ministerpräsidentin.
Ich liebe eigenwillige, schwierige Charaktere, gerade in Krimis und so war ich von Maratses Beschreibung direkt angesprochen. Auch meine Liebe zu nordischen Krimis und Thrillern mit ihrer einzigartigen Athmosphäre war der Grund dafür, warum ich mich für dieses Buch entschieden habe. Die Atmosphäre ist dann auch besonders, man bekommt als Leser einen schönen, aber leider auch etwas desillusionierend Blick auf die wundervolle eisige Landschaft, denn der Autor lässt keinen Zweifel daran, wie hart das Leben für die Menschen im Winter hier sein kann. Desillusionierend ist aber auch der Blick auf die politische Atmosphäre im Land, die für den Kriminalfall eine große Rolle spielt, den hier gibt es große Spannungen im Bezug auf die Zugehörigkeit Grönlands zu Dänemark. Leider kommt einem hier Einiges durchaus bekannt vor, den die populistischen Phrasen zur nationalen Identität bekommt man auch andernorts zu hören.
Politik und Krimi sind nun leider zwei Thematiken, die bei mir nur bedingt zusammen funktionieren, es kann passen, wird mir aber auch schnell zu viel und das war hier leider der Fall. Diese ganzen Intriegen und Machtspiele nur um sein politisches Image aufzubessern und bei der anstehenden Wahl besser dazustehen und dafür sogar sprichwörtlich über Leichen zu gehen, das ganze Saubermann Getue für die Öffentlichkeit, um dann im Privaten förmlich im Schlamm zu baden und das in Verbindung mit einem Kriminalfall und der kauzig, abweisenden Art der Ermittlerfigur konnte mich nicht wirklich fesseln. Mir mangelt es an der Tiefe der Figuren im Hinblick auf ihre Motive und leider auch an Spannung. Klar kann ich von einem körperlich beeinträchtigten Ermittler keine spritzige Verfolgungsjagd erwarten, aber Spannung kann man auch auf andere, subtilere Art erzeugen.
Maratse ist eigentlich eine Figur ganz nach meinem Geschmack, ich bin mir aber nicht sicher, ob ich seinen Werdegang weiterverfolgen werde.
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