Germinal Hilbert ist seit über 50 Jahren internationaler Agent für die großen Sängerinnen und Sänger der Oper, die er weltweit mit seinen Agenturen in Paris und München betreut. Hier erzählt Hilbert über seinen Beruf, über die Licht- und Schattenseiten des Sängerlebens und die Veränderungen der Opernwelt. Sein Buch liefert tiefe Einblicke hinter die Kulissen und ist eine musikalische Lebensgeschichte mit Stars auf den Bühnen der Welt wie Birgit Nilsson, Leonie Rysanek, Edda Moser und Edita Gruberová. Es geht auch um eine oft diskutierte Frage: Steht das Werk oder die Inszenierung im Mittelpunkt? Oder hat die Regie zu viel Einfluss?
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Bellis-Perennis
aus Wien
5/5
28.10.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Aufregend war es immer" (Hugo Portisch)
Der Autor mit dem ungewöhnlichen Vornamen ist internationaler Agent (nein, nicht James Bond) für Sängerinnen und Sänger in der Opernwelt und erzählt hier aus seinem über 50-jährigen Arbeitsleben mit männlichen und weiblichen Diven.
In seinen Agenturen in Paris und München betreut er das Who-is-Who der Opernbühnen auf der ganzen Welt. Ob Sopran, Mezzosopran, Bariton, Tenor oder Bass - die Namen der Sängerinnen und Sänger sind hochkarätig. Birgit Nilsson, Leonie Rysanek, Edda Moser, Edita Gruberová oder Neil Shicoff und Kurt Rydl. Auch berühmte Dirigenten wie Karl Böhm oder Carlos Kleiber gehör(t)en zu seinen Klienten.
Die Aufgaben einer Künstleragentur sind vielfältig und reichen von der Terminplanung über die Gagenverhandlung und Hotelbuchung bis hin zu Troubleshooting, wenn der jeweilige Star einmal indisponiert ist. Zudem gehört, wie Germinal Hilbert glaubwürdig versichert, auch die behutsame Lenkung (s)eines Stars, wenn sich die Karriere dem Ende zuneigt. Hilberts Credo ist, besser auf dem Höhepunkt abzutreten als unter Buh-Rufen, weil die Stimme nicht mehr trägt. Hier bedarf es sehr, sehr viel Fingerspitzengefühl. Und der eine oder andere Künstler hat ihm seinen Hinweis übel genommen.
Meine Meinung:
Ich bin weder eine ausgesprochene Liebhaberin noch Kennerin von Opern. Trotzdem habe ich das Buch, das mir einen detaillierten Einblick in die Welt von Sängerinnen und Sänger ermöglicht hat, gerne gelesen. Meine Großeltern hatten einen Plattenschrank mit diversen Opern-Schallplatten. Daher habe ich als Kind die eine oder andere Oper gehört und regelmäßig Marcel Prawy als Opernführer im TV gesehen. Apropos Schallplatten - auf dieses Thema geht Germinal Hilbert auch ein. Wenn früher Sängerinnen und Sänger Tantiemen aus dem Verkauf von Schallplatten (bzw. CDs) lukriert haben, ist dies im Zeitalter von Social Media längst passé. Wer eine Oper mit einem bestimmten Sänger/Sängerin/Dirigenten hören möchte, lädt sich die entsprechende Datei einfach auf das Abspielgerät.
Hilbert beschreibt auch, dass der Beruf einer Sängerin, eines Sängers besteht nicht nur aus glanzvollen Premieren und viel Applaus besteht. Vielmehr machen Disziplin und oft anstrengendes Arbeiten mit Dirigenten, die ihre eigene Interpretation des Werkes durchsetzen wollen, den Sängerinnen und Sängern das Leben schwer. Auch hier springt Germinal Hilbert (oder jemand aus seinem Team) kalmierend ein.
Trotzdem, so schreibt Hilbert, würden die allermeisten diesen Beruf wieder ergreifen - Auch er selbst, der nun nach über 50 Jahren seine Agentur in jüngere Hände gelegt hat.
Zahlreiche teils private Fotos ergänzen dieses durchaus humorvolle Buch, das uns die Arbeit mit Künstlerinnen und Künstlern näher bringt.
An dieser Stelle muss ich den Doyen des österreichischen Journalismus, Hugo Portisch zitieren: „Aufregend war es immer“ - Germinal Hilberts Leben mit den Stars der Oper.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem interessanten Einblick in die Welt der Opernstars, der mit zahlreichen, oft sehr privaten Anekdoten gespickt ist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
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