Sommer 1945: Nichts ist mehr, wie es war: In den vier Monaten von Mai bis September 1945 bricht die alte Welt zusammen, und eine neue tut sich auf. Das verbrecherische »Dritte Reich« ist am Ende, und eine Zeit der Freiheit, aber auch neuer Konflikte, nimmt ihren Anfang. Wie erleben die Menschen diesen Sommer – Sieger wie Besiegte, Opfer wie Täter, Prominente wie Unbekannte? Die »Großen Drei« bestimmen auf der Potsdamer Konferenz den Gang der Geschichte, und die Berliner Hausfrau Else Tietze bangt um das Leben ihres Sohnes. Der US-Soldat Klaus Mann spürt Nazi-Verbrecher auf, und in Berlin plant Billy Wilder eine Komödie über das Leben in den Ruinen. Cafés und Restaurants öffnen ihre Türen, und der Rotarmist Wassili Petrowitsch wird von deutschen Kindern um Brot angebettelt. In vielen Geschichten und Szenen, die von Berlin nach Tokio führen, von München nach Paris oder von Bayreuth nach Moskau, fängt Oliver Hilmes die einzigartige Atmosphäre dieser Zeit der Extreme ein: das große Glück und die Hoffnung der Befreiten, das Elend und die Trauer, die Ängste der Besiegten und die neue Freiheit. Ein packend erzähltes Geschichtspanorama, das Porträt des Jahres 1945, wie man es noch nie gelesen hat.Ungekürzte Lesung mit Julian Mehne1 mp3-CD | ca. 6 h 24 min
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
5/5
06.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
ein unerwartes gutes Buch
Anders als gedacht, aber sehr gut geschrieben. Einiges kennt man aus dem Geschichtsunterricht oder weil man es schon wo anders gelesen hat, dennoch erfährt man auch viel Neues. Viele berühmte Namen werden erwähnt, ebenso aber auch Unbekannte. Es wir aus der Sicht der Politiker teilweise geschildert, teilweise wird aus der Sicht des "Normalsterblichen" erzählt. Der rote Faden der Erzählung ist die Geschichte Deutschlands nach Kriegsende 1945. Von Treffen der Mächtigen, ihren Verträgen. Von der Atombombeüber Japan und dessen Kapitulation.
Das Ende war mir etwas zu abrupt. Irgendwie ... Hab ich da noch etwas erwartet das da was kommt. Es kam ziemlich plötlzlich.
Auf jedefall erfährt man beim Lesen noch das eine oder andere Neue, was mir so nicht bekannt war. Ich kann es sehr empfehlen.
Manfred Orlick
aus Halle (Saale)
5/5
03.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geschichte und Alltag im Sommer 1945
Der Sommer 1945 markierte das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und den Beginn einer neuen Ära. Nach der deutschen Kapitulation am 8. Mai übernahmen die Alliierten die Kontrolle über Deutschland und teilten es in Besatzungszonen auf. Der Historiker Oliver Hilmes schildert in seinem neuen Buch „Ein Ende und ein Anfang“ wie Deutschland und Europa vor achtzig Jahren neu geordnet wurden. In nur vier Monaten, von Mai bis September 1945, brach eine alte Welt zusammen und eine neue entstand unter starken Geburtswehen.
Hilmes‘ Schilderung beginnt mit dem 8. Mai und endet am 2. September 1945 mit der japanischen Kapitulation. Um möglichst viele Perspektiven zu beleuchten, steht nicht nur die Entwicklung in Europa im Fokus, auch die Veränderungen in Amerika, Asien oder Russland werden analysiert. Neben den großen politischen Veränderungen erzählt der Autor auch von persönlichen Schicksalen, von Kriegsheimkehrern oder deutschen Emigranten. Es sind auch Geschichten wie von dem US-Präsidenten Harry Truman, der in Potsdam während der Konferenz einen Gottesdienst besuchte und unmittelbar danach den Befehl zum Abwurf der Atombombe gab.
Die Neuerscheinung ist eine gelungene Mischung aus historischem und literarischem Text und daher auch ohne große Geschichtskenntnisse leicht lesbar und verständlich. Was bewegte die Menschen im Sommer 1945? Hier findet man Anhaltspunkte. Sehr zu empfehlen, auch für jüngere Leser*innen.
Ben @Buchkomet
4/5
07.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr gelungen
Sommer 1945. Der Krieg ist vorbei, Deutschland ist besiegt und das Land liegt in Trümmern. Genau an diesem Punkt setzt Hilmes mit seinem Buch an. Er zeigt, wie die Menschen versuchen, nach der dunkelsten Stunde der Menschheitsgeschichte wieder Halt und Hoffnung zu finden. Geschäfte öffnen wieder ihre Türen, der Alltag kehrt allmählich zurück ins Leben, während überall die Spuren des Krieges sichtbar bleiben. Währenddessen beschließen die „Die großen Drei“ die Zukunft Deutschlands.
Hilmes führt derweil durch viele Perspektiven: Mütter, die um ihre Söhne bangen. Kriegsrückkehrer, die kaum wissen, wie sie wieder in ein normales Leben finden sollen. U.S.-Soldaten, die Nazis aufspüren. Und selbst prominente Figuren wie die Manns oder Billy Wilder, die ihren Weg durch diese Übergangszeit suchen, werden porträtiert. Dieser Querschnitt der Gesellschaft macht das Buch einzigartig, es zeigt nicht nur die großen politischen Entscheidungen, sondern vor allem die Menschen, die in dieser Zeit leben mussten.
Diese Zeit wirkt heute oft weit weg, fast schon abstrakt. Hilmes holt sie zurück in die Realität. Er beschreibt eine Zeit, die für die meisten von uns fremd wirkt, deswegen aber nicht weniger wichtig ist. Diese Geschichten erinnern daran, wie schwer ein Neuanfang sein kann, und wie notwendig es ist, nicht zu vergessen. Gerade heute, wo vieles wieder fragiler wird.
Ein Ende und ein Anfang ist ein
eindringliches und enorm aufschlussreiches Buch. Und sollte in keinem Bücherregal fehlen. Klare Leseempfehlung.
Lesenswege
4/5
23.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Populärwissenschaftliche Geschichtsstunde
Sehr unterhaltsames populärwissenschaftliches Sachbuch
Oliver Hilmes, Jahrgang 1971, ist Historiker und Politikwissenschaftler. Er schreibt historische Sachbücher und Biografien, die äußerst unterhaltsam zu lesen sind. So auch sein neuestes Buch „Ein Ende und ein Anfang“, in dem er episodenhaft aus unterschiedlichen Perspektiven anekdotisch über den ersten Sommer nach dem zweiten Weltkrieg schreibt. Er bezieht sich auf die Zeitspanne vom 8. Mai - dem Tag der Kapitulation in Deutschland, bis zum 2. September, dem Tag der japanischen Kapitulation, an dem der zweite Weltkrieg auf den Tag genau 6 Jahre nach seinem Beginn überall endgültig zu Ende war. Truman, Churchill und Stalin verhandeln auf der Potsdamer Konferenz den Umgang mit dem Nachkriegsdeutschland, viele Exilanten kehren als amerikanische Staatsbürger und GIs zurück, unter ihnen auch Klaus und Erika Mann, die Kriegsverbrecher suchen und die Orte ihrer Vergangenheit in Augenschein nehmen wie ihr Elternhaus in der Poschinger Straße in München, das zu einem Lebensborn-Heim geworden war und kaum wiederzuerkennen ist. Margot Bendheim trifft in Theresienstadt Adolf Friedländer wieder, mit dem sie nach Amerika gehen wird. Die Berliner Rentnerin Else Tietze hofft, dass ihre Kinder überlebt haben, von denen sie seit Monaten nichts gehört hat und beginnt, ein Tagebuch über das Leben in der zerstörten Stadt zu schreiben. Neben den vielen Episoden in Deutschland gibt es Szenen, die sich in Washington und New York, Paris, Moskau und Tokio zutragen, mal geht es um Sieger, mal um Verlierer, mal um Überlebende. Manche Episoden haben einen krimihaften Aufbau, andere sind ironisch-humorvoll gestaltet, manche traurig oder hoffnungsvoll. Alle benannten Personen sind historisch verbürgt und ihre Erlebnisse wurden von OH recherchiert. Das Konzept macht den besonderen Reiz dieses Buches aus, weil es nicht Fakten aneinanderreiht, sondern Geschichte unterhaltsam und spannend vermittelt. Wer die Bücher von Florian Illies, Uwe Wittstock oder Uwe Neumahr gerne liest, ist bei Oliver Hilmes genau richtig. Große Leseempfehlung! Ergänzt wird das Buch von vielen Fotos und einem umfangreichen Literaturverzeichnis.
Buchstabenfestival
aus Deutschland
4/5
13.04.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Krieg ist vorbei. Die…
Der Krieg ist vorbei. Die Menschen können aufatmen, aber sie stehen vor den Trümmern ihrer Städte und ihres Lebens. Viele haben nichts mehr, einige leben gut und manche brauchen nichts, weil sie alles haben. Und was planen die Siegermächte mit den Deutschen? Wie soll es weitergehen? Der Autor nimmt uns mit in die Wohnstuben der Menschen. Alleinlebende Frauen, die nicht wissen, wo ihre Männer und Söhne sind und ob sie noch leben. Bekannte Künstler:innen, die aufgrund ihrer Kunst oder ihrem jüdischen Glauben in die USA geflüchtet sind, überlegen, ob sie in die alte Heimat zurückziehen sollen. Sie haben sich in den USA etabliert. Sollen sie zurück in ein zerstörtes Deutschland? Frauen und Männer, die vertrieben worden und nun einen neuen Platz in der Gesellschaft suchen. Während die Menschen in Europa sich neu orientieren und dem Hunger standhalten müssen, verhandeln die Siegermächte, wie es mit Deutschland weitergehen soll. Die USA befindet sich noch immer in einem Krieg mit Japan. Und wie geht man mit den Besiegten um? Gerade mit den Mächtigsten aus dem "Dritten Reich"? Oliver Hilmes schafft es die vielen geschichtlichen Zahlen, Fakten und Daten so aufzubereiten, dass man das Buch wie einen Roman lesen kann. Die geschichtlichen Passagen "lockert" er mit den Einblicken in die Gesellschaft, in das Leben der Menschen auf. Obwohl ich schon einiges über diese Zeit gelesen habe, konnte ich wieder etwas dazulernen. Die Aufarbeitung ist dem Autoren sehr gut gelungen.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.