Vorwärts in die VergangenheitWeiße Löcher sind das Gegenteil von Schwarzen Löchern - sie sind vermutlich ihre Abkömmlinge. Die einen ziehen alle Materie unwiderstehlich in sich hinein, die anderen geben ihre Information wieder frei. Sie sind ein weiteres großes Rätsel der Kosmologie, und noch gibt es keinen Beweis ihrer Existenz. Einsteins Gleichungen lassen sie aber vermuten, und mit Carlo Rovellis Quantentheorie sind Weiße Löcher theoretisch darstellbar.Der Physiker von Weltgeltung ist nach Jahren der Forschung davon überzeugt, dass es sie gibt. Sie könnten sogar die Erklärung für einen Teil der dunklen Materie sein. Ein Weißes Loch, das sich mit einem Schwarzen jenseits des Zeitflusses zu einem Wurmloch verbindet, könnte Materie aus dem Nichts irgendwo wieder herausschleudern. Weiße Löcher - gar der Ursprung unserer Existenz?Dieses Hörbuch ist der nächste große Wurf von Carlo Rovelli, aufsehenerregend und mit einer literarischen Inspiration geschrieben, die ihm längst den Ruf des «Poeten der modernen Physik» (The Irish Times) eingetragen hat.«Wenige Autoren erfassen die Schönheit der Natur und das Aufregende ihrer Entdeckung in solch klarer, reicher Prosa.» New Scientist«Ein globaler Superstar.» BBC
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4.0/5.0
Bewertung
aus Eisenach
3/5
14.11.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Schwarze Löcher weißgewaschen
Über Schwarze Löcher redet jeder. Sie begegnen einem regelmäßig in Wissenschafts-Dokus wie in Science-Fiction-Werken. Aber was sind Weiße Löcher? Genau genommen sind sie bisher nur theoretische Objekte, deren Existenz noch nicht bewiesen werden konnte.
Genau diese Objekte sind das Lieblingsthema des italienischen Physikers Carlo Rovelli, der in diesem Buch seine Theorien zu diesen hypothetischen Himmelskörpern darstellt. Obwohl sich diese auf die reale (Astro-)Physik beziehen, wirken die dahinterliegenden Ideen beinahe wie SciFi vom Feinsten.
Der Stil, in dem der Autor seine Theorie vorstellt, soll wohl locker sein. Dabei wirkt er aber nicht gerade überzeugend seriös. Die Vortragsweise des Sprechers unterstützt diesen Eindruck noch zusätzlich. Als populärwissenschaftliches Werk kann dieses Hörbuch aus diesen Gründen leider nicht wirklich überzeugen, zumal die Faktenlage – zumindest wie diese dargestellt wird – (mich) nicht beeindrucken kann.
Fazit:
Die eventuell interessante astrophysikalische Theorie kann in der flapsigen Darreichungsform leider nicht überzeugen.
Bewertung
5/5
26.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erst die Theorie bestimmt was wir beobachten und messen können, stimmt auch für die Astrophysik
Schönes Buch.
Die ganze Herangehensweise erinnert etwas an
Michelangelo Buonarroti und seine Aufgabe
aus einem halbfertigen, bestehenden Klotz Stein ein
Kunstwerk wie „David“ entstehen zu lassen.
Die Vorgabe sind die „Schwarzen Löcher“ und was hinten heraus kommt wie „David“ in weissem Marmor, ist ein anderes Loch.
Ich bin mir sicher, dass das Universum oder Gott es durch
Unserer Fantasie, Gedanken und Gefühle früher oder später
Sichtbar und Messbar machen. Es bleibt jedoch wie bei
Allen neuen Ent-deckungen die Frage im Raum stehen.
War es schon da bevor wir es Ent-deckten.
Es werden wohl immer Menschen sein die mehrere Handwerke beherrschen die neues Ent-decken.
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5/5
15.06.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Weltraum, unendliche Weiten
Carlo Rovelli gehört sicherlich zu den wichtigen Größen der theoretischen Physik. Bedeutende Beträge leistete er mit seiner Theorie zur Quantengravitation, die auch als Schleifenquantengravitation bekannt wurde. (Hierzu siehe seine Publikation: "Covariant Loop Quantum Gravity".) Neben seinen wissenschaftstheoretischen Arbeiten war es für ihn immer auch ein Anliegen die - außerhalb der Wissenschafts-Community - schwerzugänglichen und schwerverständlichen Theorien der Physik einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. In seinem neuen Buch widmet sich Carlo Rovelli den Weißen Löchern, also den hypothetischen astronomischen Objekten, die als das Gegenstück zu den Schwarzen Löchern fungieren: Sie stoßen Masse aus sich heraus, wodurch auch ein Durchdringen des Ereignishorizonts von außen nach innen unmöglich ist. Als hypothetische Objekte wurden sie zwar als theoretisch möglich bewiesen, jedoch wurden sie bis jetzt in ihrer Faktizität nie nachgewiesen. Um diese doch sehr abstrakte und gewissermaßen theoretische Materie dennoch verständlich zu erläutern und zur Darstellung zu bringen, bedient sich der Autor einiger rhetorischer Kniffe, um mittels Vergleich, historischen Entwicklungen, ein paar Anekdoten, literarischen Ausflügen und Metaphern den Gegenstand für die Leser:innen sichtbar zu machen. Dabei beweist Carlo Rovelli sein Können als Erzähler, der bei Karl Schwarzschilds Antworten und Weiterentwicklungen zu Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie beginnt, um über eine Hinzuziehung der Quantenmechanik zu den theoretischen Objekten der Weißen Löcher zu kommen. Es mag sein, dass es einigen Leser:innen bei der Lektüre an wissenschaftlicher Substanz fehlt und dem Autor seine "literarisch-philosophischen Ausflüge" vorwerfen. Anderen Leser:innen werden diese Ausflüge ins Bildhafte und Anekdotische jedoch als hilfreich finden, um die schwerverständliche Materie der Astrophysik zu verstehen. Lehrreich ist das Buch allemal und der Autor beweist als Wissenschaftler, dass zwischen der wissenschaftlichen Arbeit (in der ständig diskutiert, korrigiert, umgearbeitet, verworfen und in Teams gearbeitet wird) und einer Politik, der es um mörderische Grenzziehungen geht, Welten liegen. Eine tragische Figur in Carlo Rovellis historischer Entwicklung der theoretischen Arbeit an den Schwarzen und Weißen Löchern ist der Jude Karl Schwarzschild, der sich freiwillig zum Ersten Weltkrieg meldete, im Feld mit Einstein korrespondierte, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde und schließlich im Krieg zu Tode kam; später musste seine Familie vor dem Holocaust fliehen. Immer wieder gelingt es Carlo Rovelli die Ergebnisse und Entwicklungen, die sich in der theoretischen Physik ergaben, mit politisch-historischen Erfahrungen oder auch mit seinen literarisch-philosophischen Überlegungen zu verknüpfen. Gegen Ende des Buches heißt es: "Im Weißen Loch fliegt dann alles, was hineingestürzt ist, wieder nach oben. Am Ende wird alles Hineingelangte vom weißen Horizont wieder vollständig ausgespien und erblickt erneut die Sonne und die anderen Sterne."
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