Es ist Sommer in München. Kommissarin Laura Gottberg nutzt die Kühle der frühen Morgenstunden für lange Spaziergänge an der Isar. Dort lernt sie eines Morgens den jungen Obdachlosen Ralf kennen, der im Fußgängertunnel unter dem Friedensengel sein Lager aufgeschlagen hat. Ralf erweist sich bald als ein skurriler, aber durchaus sympathischer Gesprächspartner. Und so ist Laura starr vor Schreck, als sie zu einem Tatort an der Isar gerufen wird: Ein Obdachloser wurde brutal zu Tode geprügelt…
Laura Gottbergs fünfter Fall
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Tina Bauer
aus Essingen
5/5
24.07.2022
Buch (Taschenbuch)
Hass und Neid
Warum sollte es Laura und ihrem italienischen Freund anders gehen als uns? Im München beherrschen die Hundstage die Menschen.
Hass und Reizbarkeit liegt in der Luft. Lauras Kinder sind in den Ferien in England und sie muss sich mit sich selbst beschäftigen. Doch die drückende Hitze macht es ihr nicht leicht.
Bei einer vermeintlichen Rettungsaktion an der fast ausgetrockneten Isar fängt sie sich von Ralf, dem Penner, ein Veilchen erster Klasse ein. Und muss schmerzhaft ihre Fehler erkennen.
Tags darauf überfällt eine Horde dunkler Gestalten einen Obdachlosen und hinterlässt ihn tot zurück. Laura ist schockiert über die Wut, die in Menschen stecken kann.
Immer mehr gerät sie selbst hinein und sie kann sich nur schwer beherrschen, als ihr kranker Kollege ihr jetzt auch noch seinen alten Fall hinterlässt.
Mühsam gelingt ihr hier ein Fortschritt nach dem anderen, doch als ein weiterer Obdachloser brutal erschlagen aufgefunden wird, reicht es Laura.
Sie kämpft mit sich selbst, in der Dienststelle mit ihrem Chef und dann wäre ja auch noch ihr Vater, der unbedingt wieder zurück nach Italien will. Ja, wäre da nicht noch ihr Geliebter Guerrini, der trotz Hitze und Lauras Laune in München aufschlägt.
Felicitas Mayall konfrontiert im fünften Teil Hundszeiten die Menschen mit ihrer dunklen Vergangenheit. Hass und Neid, wohin man sieht. Doch Laura besinnt sich und geht mit offenen Augen und offenem Herzen durch die Welt und ist sich nicht zu schade, einen Obdachlosen zu unterstützen, obwohl ihre ganz eigene Krise sie gerade eingeholt hat.
Bewertung
5/5
16.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Der fünfte Fall von Laura Gottberg...
Der fünfte Fall von Laura Gottberg ist genau so gelungen wie die vorigen. Schlüssig, fesselnd, gut zu lesen.
Bellexr
aus Mainz
5/5
19.04.2010
Buch (Taschenbuch)
Obdachlose, Neonazis und ein toter, grüner Frosch
Am Isarufer wird die Leiche eines Obdachlosen gefunden. Da alle Spuren darauf hinweisen, dass es mehrere Täter waren, fällt der Verdacht schnell auf eine Gruppe Rechtsradikaler, die sich regelmäßig an der Isar treffen, grillen, Hasslieder grölen und Obdachlose terrorisieren. Hauptkommissarin Laura Gottberg übernimmt den Fall, obwohl sie gleichzeitig noch mit dem ungeklärten Tod eines Rentners beschäftigt ist. Mehr durch Zufall lernt Laura kurz vor dem Mord bei einem morgendlichen Spaziergang den Wohnungslosen Ralf kennen. Sie freundet sich mit ihm etwas an und hofft später, durch Ralf mehr über die Umstände des Mordes an seinem Kollegen zu erfahren, jedoch erweist sich dieser als eine ziemlich harte Nuss.
Eine schwüle Hitze liegt über München, die alle Aktivitäten auf ein Minimum zurückschraubt und die Aggressivität der Menschen fördert; so muss die Polizei immer mehr bei Gewalttätigkeiten eingreifen. Auch Laura ist genervt von der Hitze, fühlt sich einsam und vermisst ihre Kinder, die in England Urlaub machen. Und natürlich Angelo, der in Siena versucht, die letzten offenen Fragen im Fall Altlander zu klären. Im Fall Dobler kommt Laura nicht richtig weiter, obwohl der alte Herr Mayer ihr ein Geheimnis anvertraut und ihr Kollege Baumann fällt wegen einer Viruserkrankung zeitweilig aus. Ein kleiner Lichtblick ist da die Begegnung mit dem Wohnungslosen Ralf wie auch die Treffen mit ihrem Vater Emilio.
Felicitas Mayall knüpft mit dem vorliegenden Krimi fast nahtlos an Wolfstod: Laura Gottbergs vierter Fall an und führt so auch die Ermittlungen im Fall Dobler und Altlander realistisch fort. Deswegen ist es auch empfehlenswert, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, auch wenn immer mal wieder kurz auf vorherige Geschehnisse eingegangen wird.
Spannung baut sich während der Geschichte immer wieder schnell auf, um dann aber auch regelmäßig etwas abzufallen und der Story so mehr Platz für das Zwischenmenschliche zu lassen. Und das braucht dieses Buch auch, da die Autorin hier die Themen Neonazis sowie die NS-Zeit aufgreift und diese einfühlsam, realistisch und überzeugend beschreibt. So schafft sie eine hervorragende Balance, die den Krimi zu jeder Zeit sehr lesenwert macht.
Der Krimi ist von Anfang an atmosphärisch sehr dicht und stimmig umgesetzt und mit einem guten Schuss Lokalkolorit versetzt. Die Beschreibungen der Autorin sind so bild- und lebhaft, dass man das Gefühl hat, selbst dieser unerträglich schwülen Hitze ausgesetzt zu sein, mit der Laura und gesamt Deutschland in jenem August zu kämpfen hat.
Natürlich erzählt die Autorin auch die Beziehung zwischen Laura und Angelo weiter und wechselt in ihren Erzählsträngen oft zwischen München und Siena. So lernt man automatisch wieder ein wenig mehr über das Leben der Beiden und ihre Gefühle zueinander kennen und nimmt wieder einmal wie selbstverständlich an ihrem Leben teil.
Fazit: Für mich ist "Hundszeiten" der bisher beste Krimi von Felicitas Mayall, auch wenn er vielleicht nicht ganz den Spannungsgrad von "Wolfstod" oder "Wie Krähen im Nebel" erreicht. Hier überzeugt eindeutig die Rahmenhandlung.
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
5/5
11.01.2010
Buch (Taschenbuch)
Ein empfehlenswerter Krimi mit viel Herz aus München
Hundszeiten von Felicitas Mayall ist der fünfte Fall mit ihrer ebenso sympathischen wie toughen Kommissarin Laura Gottberg. Diesmal führen ihre Ermittlungen sie nicht nur an die Grillplätze der Isar und zu den Obdachlosen der bayerischen Landeshauptstadt. Sie wird mit der Münchener Neonazi-Szene konfrontiert, und auch die Vergangenheit unter dem Naziregime holt sie noch einmal ein.
Gleichzeitig ist Hundszeiten aber auch eine atmosphärisch-stimmungsvolle Beschreibung der drückenden Hitze in der Großstadt und ihrer Auswirkungen auf die Gemüter ihrer Bewohner. Neben all dem vergisst Felicitas Mayall aber auch das Privatleben ihrer Heldin nicht und lässt die Beziehung zu ihrem Freund, dem italienischen Commissario Guerrini, weiter wachsen. Hundszeiten ist ein empfehlenswerter Krimi mit viel Herz aus München.
Bewertung
4/5
24.06.2010
Buch (Taschenbuch)
Hundszeiten
Felicitas Mayall hat mich bereits mit ihrem ersten Krimi "Die Nacht der Stachelschweine" in ihren Bann gezogen! Im aktuellen Band packt sie ein heißes "Eisen" an: Neonazis machen die Metropole an der Isar unsicher und Kommissarin Gottwald bringt nicht nur der heiße Sommer ins Schwitzen. Wieder ein wunderbar spannender Krimi, der perfekt zu einem lauen Sommerabend passt!
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