Mohan schreibt auf eine lockere Art, als wäre sie eine Freundin, die von ihren Reisen erzählt, nur, dass es sich nicht um einen Urlaub handelt, sondern um ihre journalistisch investigativen Besuche in reinen Frauenkommunen.
Dabei kommt sie in die, von meinem Aufenthaltsort aus gesehen, in die entlegensten Ecken der Welt. Überraschend oft findet sie dort, wo ihr Onlineartikel und persönlich ausgesprochene Empfehlungen von Bekannten reinste Oasen für Frauen und Mädchen versprochen haben, etwas ganz anderes.
Die Autorin zeigt auf, dass auch Communities, die Männern den Zutritt gänzlich verweigern oder nur unter bestimmten Bedingungen gewährt, Probleme mit Unterdrückung und Hass haben. So findet sich in einem lesbischen Dorf eklatanter Rassismus und an einem dieser Orte zum Beispiel überhaupt keine Frauen, die für sich selbst sprechen dürfen.
Absolute Leseempfehlung, für alle, die darüber nachdenken, wie man in Zeiten von tödlicher Misogynie anders leben könnte.
Besonders lege ich diese Lektüre jenen ans Herz, die sich als Männer verstehen und alle, die in Mitteleuropa oder Nordamerika leben und ihren Horizont zu erweitern bereit sind, was Frauenrechte anderswo anbelangt.
Die letzten Kapitel, bei denen es um die Zusammenfassung der erlebten Gemeinschaften und Mohans Schlüsse dazu geht, hätte man anders aufbauen können. Eine klarere Teilung zwischen Fazit und Zukunftsvisionen und passende Überschriften hätten dem Leseverständnis hier geholfen. Mit diesem Aufbau habe ich das Gefühl den letzten Teil, wenn man denn zuvor aufmerksam gelesen hat, auch bloß überfliegen zu können, ohne etwas zu verpassen.